Mit dem weltweit ersten Objektiv für APS-C-DSLR-Kameras, das eine Brennweite von 18 bis 400 Millimetern abdeckt und damit ein 22,2-faches Zoomverhältnis erreicht, machte der japanische Hersteller Tamron vor ein paar Monaten Furore.

Ein wenig „verkaufshemmend“ wirkte lediglich der stattliche UVP von 889 Euro. Kurz vor dem Fest der Feste jetzt die frohe Botschaft: der Preis ist gerutscht. Und zwar nach unten. Sogar deutlich. Während Amazon beispielsweise lediglich noch 695 Euros verlangt, sind im Internet auch Anbieter unterwegs, welche die gefeierte Optik für noch weniger Geld feilbieten. Eine empfehlenswerte Anschaffung?

Eines für alle

Wenn es nach der Jury des EISA AWARDS 2017-18 geht, auf jeden Fall: „Das Tamron 18-400mm F3.5-6.3 Di II VC HLD widerspricht unseren gängigen Erwartungen an ein Superzoomobjektiv. Neben dem 22,2-fachen Zoombereich – dem größten aller Wechselobjektive – bietet es eine effektive 3-Stufen-Bildstabilisation, um die Schärfe auch bei längeren Verschlusszeiten zu verbessern.

Anwender können selbst bei unwirtlichen Bedingungen dank der wetterfesten Versiegelung weiter fotografieren. Obwohl es sich besonders für Reise-, Safari- und Sportfotografen empfiehlt, eignet sich das Tamron 18-400mm F3.5-6.3 Di II VC HLD ebenso für Fotografen, die nach einem Objektiv suchen, das alle fotografischen Bedürfnisse abdeckt“.

Leicht und kompakt

Die Brennweite von 400 Millimetern am Tele-Ende ermöglicht Ultra-Tele-Aufnahmen und entspricht dem Bildwinkel einer Brennweite von 620 Millimetern im Vollformat. Der gewünschte Zoomfaktor kann mit einer leichten Drehung am Zoomring einfach und schnell ausgewählt werden.

Dennoch ist die Optik mit einer Gesamtlänge von maximal 123,9 Millimetern und einem Gewicht von weniger als 710 Gramm leicht und kompakt. Wie Tamron betont, wurde ein neuer, dreistufiger Objektivtubus entwickelt.

Bewährter Bildstabilisator

Das AF-Antriebssystem verwendet Tamrons exklusiven HLD-Motor (High/Low torque modulated Drive). Dieser ermöglicht es nach Hersteller-Angaben, stets präzise und ruhig zu fokussieren. Aufgrund seiner geringen Größe und seiner Bogenform konnte der Antrieb platzsparend in die Konstruktion eingefügt werden.

Der bewährte Tamron VC-Bildstabilisator (Vibration Compensation) sorgt, wie Tamron weiter mitteilt, für scharfe und verwacklungsfreie Bilder, egal ob bei schlechten Lichtverhältnissen oder Tele-Aufnahmen aus der Hand.

Ein würdiger Champion

Zusammenfassend kann man die rekordverdächtige Optik gerne als verdienten „Ultra-HDTV-Champion“ empfehlen. Als „Immerdrauf“ für reiselustige Vielfotografierer ist sie geradezu prädestiniert. Das robuste  Objektiv hat allerdings auch durchaus das Zeug, selbst anspruchsvolle Lichtbildner, die sich mit einer nur durchschnittlichen Lichtstärke anfreunden können, zufriedenzustellen.

Wo man früher auf eine durchgehende Blende 2.8 pochte und Objektiv-Preise jenseits der 4000-Euro-Grenze zähneknirschend in Kauf nahm, stellt man heute die ISO-Zahl an der modernen APS-C-DSLR-Kamera ein wenig höher und braucht dafür nicht mit etlichen Kilo Sonder-Gepäck durch die Landschaft humpeln.

Gerüstet für alle Fälle

Ja Ja. Manche Fundamentalisten unter den erfahrenen Fotografen meckern jetzt heftig, heben mahnend den Zeigefinger, lobpreisen die enormen Vorzüge der großen Blende sowie der Festbrennweite gleichermaßen und verdammen gewisse Schärfe-Defizite solcher „Universal-Objektive“ im aufgeblendeten Modus.

Im Prinzip haben die Herrschaften ja auch recht. Doch der überwiegende Teil der Bevölkerung fotografiert eben nicht aus Berufung, sondern zum Spaß und möchte für möglichst alle Fälle gerüstet sein. Das Tamron 18-400 mm wird ihnen sicher schnell ans Herz wachsen.