Es ist längst an der Zeit, mal wieder auf zugegeben hohem Niveau zu jammern! Und zwar rege ich mich insgesamt und ganz speziell über Filmemacher und Regisseure auf, welche die enormen Vorteile und den Segen der HD- und Ultra-HD-Technik nicht zu schätzen wissen und sich stattdessen aufführen wie verzogene Arschloch-Kinder von proletarischen Bonzen! Entschuldigung.

Soll übersetzt heißen: solchen Leuten steht in Sachen Ausrüstung und Technik das Beste vom Besten zur Verfügung, doch sie pfuschen damit nur dilettantisch herum. Jetzt muss ich über meinen eigenen Schatten springen, indem ich namentlich Mr. Ron Howard anprangere, der ganz gewiss zu meinen Lieblings-Filmemachern gehört.

Wie´s früher war

Was hat uns dieser amerikanische Schauspieler und Meister-Regisseur nicht schon für einzigartige Leinwandwerke geliefert! Ich erinnere nur an Backdraft, Apollo 13, A Beautiful Mind, Illuminati oder Im Herzen der See.

Als man in der Heimkino-Steinzeit nur zwischen den „Konserven“ Super-8 Film, VHS-Video oder DVD wählen konnte, ließen wahre Cineasten Insiderwissen aufblitzen, wenn sie sich über zu dunkle, diffuse, miserabel ausgeleuchtete Einstellungen echauffierten. Aber wozu? Mehr war halt nicht drin, seinerzeit.

Der steile Aufstieg

Schon mit der DVD ging es steil bergauf, die Blu-ray und die Ultra-HD Blu-ray toppten deren revolutionäre Qualitäten und nach wenigen Jahren konnte man überall im Land für vergleichsweise wenig Geld hochauflösende Fernseher oder gar Beamer kaufen und „richtige Heimkinos“ basteln.

Die Film-Industrie sprang auf den Zug auf, die Qualität neuer Leinwandwerke wurde fortan fortwährend in höchsten Tönen gepriesen. Obwohl: es gab Ausnahmen. Regisseur Peter Jackson musste zum Beispiel sogar Kritik an seinen Epen rund um die Hobbits hinnehmen, da nicht wenigen Kinogängern und späteren Blu-ray Käufern Bilder, welche teilweise schon von 8K-Kameras eingefangen wurden, „zu realistisch“ erschienen. Man kann es eben niemanden recht machen!

Ron Howards Vergehen

Moderne UHD-TVs können zig Milliarden Farben darstellen, Lichtstärken über 2000 Nits in immer opulenteren Farbräumen lassen in finsteren Gemächern die Sonne dermaßen aufgehen, dass man unweigerlich nach dunklen Augengläsern sucht und selbst bei schnellsten Actionszenen kriegt man dank HDR, HDR10+, HLG und Dolby Vision sowie Bildwiederholungsraten jenseits von 100 Hertz jedes Detail mit.

Aber was macht Ron Howard? Werft das jüngste Star-Wars-Abenteuer „Solo – A Star Wars Story“ in den Schacht eueres UHD Blu-ray Players und die Augen werden euch tränen. Denn das, was da mit absoluten High-End-Kameras eingefangen wurde, stellt reißerisch ausgedrückt nichts anderes als eine Provokation dar.

Keine Kontraste, keine Farben

Dem gefeierten Altmeister fällt nichts Besseres ein, als den Farbumfang drastisch zu reduzieren und zu versuchen, in ausschließlich düsteren Kulissen ein actionreiches Spektakel einzufangen. Eine Art rudimentärer Kontrastumfang ist nicht auszumachen, da das Bild unterirdisch dunkel, flach und flau wirkt.

Farben und hohe Auflösung? So gut wie nicht existent – bei normalem Tageslicht ist es quasi unmöglich, den Film auch nur halbwegs zu genießen. Eher sparsam dosierte Actionszenen. Aber wenigstens der Ton stimmt. Bis auf die Tatsache, dass die deutsche Fassung lediglich eine Dolby-Digital-Plus-7.1 Kodierung aufweist, während auf Englisch natürlich Dolby Atmos tobt, kann man sich akustisch an aufwendigen Effekten laben, da man optisch sowieso im Dunkeln tappt.

Wo der Hammer hängt

Fazit: Filme auf Ultra-HD Blu-rays kann man keinesfalls in jedem Fall empfehlen. Und Ron Howard mit seinen mittlerweile 64 Jahren auf dem Buckel ist nicht der einzige Regisseur, der technische Nachhilfe zu benötigen scheint. Wenn ich da an Leonardo di Caprios endloses Matsch-Gekrabbel in „The Revenant“ oder „Arrival“ – jene außerirdische Sinfonie in 50 Shades of Grey -, denke, bin ich heilfroh, dass ich auch „Jurassic World – Fallen Kingdom“ oder „Rampage“ – im Regal stehen habe. Letztgenannte zurzeit aktuelle UHD Blu-rays zeigen nämlich, wo der Hammer hängt! Zumindest technisch.