Ich lehne mich jetzt einmal weit aus dem Fenster und behaupte keck, dass es sich bei den Ultra HD Blu-ray Playern DP UB824 (UVP: 449 Euro) und DP-UB424 (UVP: 249 Euro) von Panasonic um echte „Volksplayer“ handelt. Bestückt mit wichtigen Gimicks, von denen der technikbegeisterte Heimcineast träumt, edel verarbeitet, wohlklingend und beinahe schon unverschämt günstig. Da ist der Titel Ultra-HDTV Champion keine Übertreibung.

Beide Newcomer sind Ultra HD Premium zertifiziert, spielen natürlich aber auch konventionelle Blu-ray Discs, DVDs sowie CDs ab. Sie unterstützen den neuen HDR10+ Standard, der „große“ UB824 packt sogar noch Dolby Vision drauf. Sprachsteuerung über einen externen Google Assistant oder Amazon Alexa ist „serienmäßig“.

Ein neues Herz ist Trumpf

Was das Kraut jedoch so richtig fett macht, oh Freunde der Nacht, ist das neue Herz der Scheibendreher: dieser gründlichst überarbeitete HCX (Home Cinema Experience) Prozessor toppt in der Tat selbst den fast schon legendären, hoch gelobten DP-UB900. Mein persönlicher, ganz nüchterner Eindruck: ein Unterschied wie Tag und Nacht!

Sogar auf 4K Bildschirmen ohne HDR macht es die optimierte Farbton-Zuordnung (Optimized Tone Remapping) möglich, ein überaus kontrastreiches, HDR-ähnliches Bild zu genießen. Ist es im Heimkino zu hell, kümmert sich die HDR-Anpassung um mehr Details und Farben in dunklen Bildbereichen.

Gemeinsame Entwicklung

Panasonic setzt eigenen Angaben zufolge auf eine zukunftssichere Multi HDR Unterstützung. Neben dem statischen HDR10-Format unterstützen die Neuheiten HLG (Hybrid Log Gamma) für das UHD Fernsehen sowie HDR10+, den „dynamischen HDR-Standard der nächsten Generation“.

Letzterer wurde gemeinsam von 20th Century Fox, Samsung und Panasonic entwickelt. Die Technologie optimiert durch dynamisches Tone Mapping die Darstellung jeder einzelnen Szene. Zahlreiche Unternehmen – vom Filmstudio bis zum Video-on-Demand-Anbieter – unterstützen mittlerweile HDR10+. Bei Amazon Video und Netflix sind bereits 4K Videos in HDR10+ Qualität verfügbar.

Der gute Ton

Das Modell UB824 „kann“ zusätzlich auch Dolby Vision, das dynamische HDR-Format der Dolby Laboratories und damit quasi natürlicher Feind von HDR10+. Dem Käufer kann es nur recht sein. Beide Panasonics lassen sich leicht ins Heimnetzwerk integrieren. Als DLNA Clienten greifen sie beispielsweise auf Inhalte zu, die auf einer NAS Festplatte oder einem Panasonic Recorder gespeichert sind.

Dem DP-UB824 und seinem kleineren Bruder UB424 fällt es nicht sonderlich schwer, sogar verwöhnte Musikfans zu becircen. Die Player unterstützen neben den hochauflösenden Audioformaten WAV, FLAC, MP3, AAC, WMA und AIFF auch DSD (11.2 MHZ / 5.6 MHz / 2.8 MHz) und ALAC.

Tolle Klang-Features

Für eine reine und isolierte Audio-Ausgabe ist eigens ein zweiter HDMI-Ausgang integriert. Beim „großen“ UB824 findet man einen analogen 7.1 Kanal-Ausgang. Um Audio- und Videoformate von externen Geräten und Speichermedien wiedergeben zu können, gibt es jeweils einen USB 3.0 sowie einen USB 2.0 Anschluss.

Wirklich klasse sind die Features für die Klangeinstellungen: Eine Steigerung des Hochtonfrequenzabschnittes gewährleisten „Remaster 1“ für Pop und Rock, „Remaster 2“ für Jazz und „Remaster 3“ für Klassik. Wer eine der sechs Stufen des Digital Tube-Sounds wählt, wird vom weicheren Klangbild eines (simulierten) Röhren-Verstärkers umhüllt.

Der Kleine ist kleiner

Schluss mit der Lobhudelei – es muss doch auch etwas zum Meckern geben. So man geneigt ist, kann man die geringere Breite und Tiefe des UB424 (320 mm x 45 mm x 199mm) anprangern. Das Gerät kann auf einer klassischen „Anlage“ tatsächlich etwas verloren wirken.

Dass es kein Display aufweist, mag Filmfans erfreuen. Anspruchsvolle Musikhörer werden hingegen eher „bäh“ machen, denn wenn sie lesen möchten, wer da gerade zupft und klampft, müssen sie den Fernseher einschalten.