Die Superlative in der Pressemeldung überschlagen sich: „Neuer Klassenprimus mit Bestwerten, superscharf, schnellster Autofokus, professionelle Serienbilder und größter Sucher“. Läutet die Panasonic Lumix DC-G9 ein neues Zeitalter bei den spiegellosen Systemkameras (DSLM) ein?

Für konkrete Aussagen ist es noch ein wenig zu früh, denn der 1699 Euro teure Body kommt erst im Januar 2018 zu den Händlern. Wollen die Japaner ihre euphorisch gefeierte G5 nochmals toppen, die ja bekanntlich vor allem im 4K-Videobereich Furore machte?

Mehr eine Schwester

Auf photoscala.de ist zu lesen, dass die DC-G9 mehr wie eine Art Schwester gehandelt wird, deren Schwerpunkt eindeutig auf dem Sektor Fotografie liegt. Mit ihren vielfältigen Aufnahmefunktionen, extrem schnellen Reaktionszeiten und der soliden, kompakten Bauweise empfehle sie  sich besonders für Reportage-, Action-, Sport- und Wildlife-Shootings.

Ausgestattet mit einem 20,3 Megapixel-Digital-Live-MOS-Sensor ohne Tiefpassfilter erreicht das neue Foto-Topmodell nach Hersteller-Angaben dank verbesserter Auflösung, Gradation und Farbwiedergabe die bisher höchste Bildqualität aller LUMIX Kameras.

6K und 4K-Fotofunktionen

Ein neuer Hochauflösungsmodus ermögliche zudem 80-Megapixel-Fotos im JPEG- und RAW-Format. Der deutlich verbesserte Body-I.S. (Bildstabilisator) genehmige um bis zu 6,5 EV-Stufen längere Belichtungszeiten aus freier Hand. Der Autofokus mit DFD-Technologie sei mit 0,04s sagenhaft schnell.

Weitere Fakten: die LUMIX G9 liefert mit 20 B/s (AFC) / 60 B/s (AFS) in voller 20,3-Megapixel-Auflösung die rasantesten Bildserien in der Klasse der DSLM-Kameras. Zusätzlich zur normalen Serienbildaufnahme stehen bei Bedarf die 6K/4K Fotofunktionen zur Verfügung.

Beleuchtetes Display

Mit der außerordentlich starken Vergrößerung von ca. 1,66x / 0,83x (35mm KB) verfügt die Kamera zudem über den größten Sucher ihrer Klasse. Dabei arbeitet das Sucherbild bei Highspeed-Serienbelichtungen ohne Dunkelphasen. Nacht-Modus und eine AF-Punkt-Lupenfunktion sind integriert.

Erstmals bei einer LUMIX Kamera ist ein großes, beleuchtbares Status-Display oben auf dem Gehäuse zur schnelleren Kamerakontrolle und einfachen Umgewöhnung für DSLR-Umsteiger integriert. Die Bildkontrolle auf der Kamerarückseite erfolgt über einen dreh- und schwenkbaren 7,5-cm-LCD-Monitor im Seitenverhältnis 3:2 mit hochauflösenden 1,04 Mio. Bildpunkten.

Zwei Kartensteckplätze

Zum Speichern der Bilder ist die LUMIX G9 mit Doppel-SD-Kartenlaufwerk für schnelle UHS-II-Karten ausgestattet. Um auch unter widrigsten Aufnahmebedingungen beste Ergebnisse zu liefern, bestehen Front- und Rückrahmen des Gehäuses aus Magnesiumlegierung.

Darüber hinaus zeichnet sich die Spiegellose durch eine staub- und spritzwassergeschützte Konstruktion aus und ist frostsicher bis minus zehn Grad Celsius. Die USB-Auflademöglichkeit macht sie unabhängig von einem festen Stromnetz.

Ständige Verbindung

Die LUMIX G9 bietet Bluetooth und WiFi® Konnektivität für eine kabellose Kamera-Fernsteuerung sowie sofortige Bildweitergabe. Die Kompatibilität mit Bluetooth 4.2 und BLE (Bluetooth Low Energy) ermöglicht eine ständige Verbindung mit einem Smartphone oder Tablet bei minimalem Stromverbrauch.

Bei WiFi kann zusätzlich zu den herkömmlichen 2,4GHz (IEEE 802.11b/g/n) auch 5GHz (IEEE802.11ac) für eine noch sicherere und stabilere Verbindung gewählt werden. Mit der G9 – so Panasonic – wird die hervorragende Bildqualität der LUMIX GH5 noch weiter verbessert.

High-Resolution Modus

Der Venus-Engine-Bildprozessor liefere mit seiner Multipixel-Luminanz-Analyse und intelligenten Detailverarbeitung ebenso detailreiche, differenzierte und natürliche Bilder. Die Anti-Reflex-Beschichtung des Sensors minimiere zudem Geisterbilder und Reflexe. Im neuen High-Resolution-Modus lassen sich per Pixel-Shift Fotos mit einer Auflösung von 80 Megapixeln (10.368 x 7.776) erzeugen.

Dazu fasst die Kamera acht aufeinanderfolgende Bilder mit minimaler Sensorverschiebung zu einem Foto höherer Auflösung zusammen. Dieses kann nicht nur im JPEG-, sondern auch im RAW-Format direkt in der Kamera gespeichert werden. Der neue hochauflösende Foto-Modus eignet sich ideal etwa für statische Objekte und Landschaftsaufnahmen vom Stativ.

Wesentlich mehr AF-Felder

Dank der starken Prozessorleistung der Venus-Engine beherrscht die LUMIX G9 eine „Deep Learning“-Technologie, die nicht nur Gesichter und Augen, sondern sogar eine menschliche Gestalt erkennen kann.
Für eine präzisere Fokussierung hat Panasonic die Zahl der AF-Felder von 49 auf 225 erweitert.

Fotografen können eine Gruppe aus mehreren Feldern bilden und deren Größe je nach Motiv beliebig verändern oder verschieben. Gesichts-/Augenerkennung, Tracking-AF, 1-Bereich-AF und Punkt-AF stehen wie bisher zur Verfügung.

Bilder mit 18 Megapixeln

Die Fokussieroptionen lassen sich per Daumen bequem mit dem integrierten Joystick steuern, ohne das Motiv aus den Augen zu lassen, selbst beim Fotografieren mit elektronischem Sucher. AF-Empfindlichkeit, AF-Bereichsumschaltempfindlichkeit und der Grad der Fokus-Kompensation für bewegte Motive sind separat einstellbar. Zudem können vier verschiedene Voreinstellungen abgerufen werden.

Weitere Optionen für Serienbildaufnahmen bieten die 6K/4K Fotofunktionen der LUMIX G9. 6K Foto erlaubt es, magische Momente mit 30 B/s aufzunehmen. Anschließend lässt sich der perfekte Moment mit einer Auflösung von ca. 18 Megapixeln aus der 6K Serienbilddatei im 4:3- oder 3:2-Format extrahieren und als Einzelfoto speichern. Die verbesserte 4K Fotofunktion ermöglicht Highspeed-Aufnahmen mit 60 B/s bei einer Auflösung von ca. acht Megapixeln.

„Verfeinern“ ist möglich

Der neue hochempfindliche MOS-Sensor unterdrückt den Rolling-Shutter-Effekt weitestgehend. Der Venus-Engine-Bildprozessor ermöglicht es, die Bilder per »Post Recording Refinement« zu verfeinern, um Verzerrungen zu korrigieren oder Rauschen beim Abspielen oder Ausschneiden von Bildern aus der 6K-Burst-Datei / 4K-Burst-Datei zu reduzieren.

Dazu werden die Signalinformationen zwischen den aufeinander folgenden Einzelbildern abgestimmt. Dies verbessert die Bildqualität von 6K/4K Fotoaufnahmen mit schneller Belichtungszeit und hoher Empfindlichkeit oder von Aufnahmen mit Schwenks deutlich.

Größter Sucher seiner Klasse

Der elektronische Sucher bietet mit ca. 1,66x / 0,83x (35mm KB) die beste Vergrößerung seiner Klasse. Je nach Aufnahmesituation lässt sich die Vergrößerung durch einfachen Knopfdruck auch auf 0,7x, 0,77x und 0,83x einstellen. Die scharfe, schnelle OLED (Organic Light-Emitting Diode)-Anzeige bietet eine Auflösung mit 3,68 Mio. Bildpunkten und bildet das Sichtfeld zu hundert Prozent ab.

Der 10.000:1-Kontrast sorgt für hervorragende Erkennbarkeit. Die LUMIX G9 ist mit einem Nachtmodus ausgestattet, der die Helligkeit der Anzeigen reduziert. Neu ist auch die flexible Vergrößerung des Autofokusbereichs (3-10x). Damit werden entfernte, klein abgebildete Objekte zur besseren Kontrolle der Fokussierung im Ausschnitt vergrößert dargestellt.

LCD-Monitor lässt sich kippen

Der dreh- und schwenkbare 7,5cm-Touchscreen-LCD-Monitor im 3:2-Format mit einer Auflösung von 1040K-Punkten zeigt ebenfalls ein Bildfeld von ca. hundert Prozent. Er lässt sich um ca. 270 Grad nach oben und unten kippen.

Um die unter härteren Einsatzbedingungen nötige Stabilität zu gewährleisten, besteht die Struktur des G9-Gehäuses hauptsächlich aus je einem vorderen und hinteren Rahmen aus Magnesiumlegierung. Die robuste Konstruktion mit Abdichtungen für alle Fugen, Räder und Tasten schützen vor Spritzwasser und Staub.

Kostenloser Akkugriff für Frühbucher

Kompatibel zum Gehäuse ist der neue Akku-Griff DMW-BGG9. Durch die Verwendung von zwei Akkus ergeben sich längere Aufnahmezeiten. Zudem macht er die Handhabung bei Hochformat-Aufnahmen komfortabler und erlaubt die praktische Bedienung per Joystick. „Frühbucher“, welche die Kamera schon jetzt vorbestellen, sichern sich kostenlos einen Akkugriff. Interessiert? Dann rentiert sich ein Blick in dieses Video .