Die Consumer Electronics-Branche in Deutschland erwartet für das Weihnachtsgeschäft in diesem Jahr ein Umsatzvolumen von rund 9,4 Milliarden Euro. Dies entspricht einer Steigerung von circa einem Prozent gegenüber dem Vorjahreswert. Ist das jetzt eine gute oder eine schlechte Nachricht? Wir dröseln mit kompetenter Unterstützung auf:

Über 30 Prozent des Jahresumsatzes wird erfahrungsgemäß im letzten Quartal, speziell um die Weihnachtszeit und den Jahreswechsel, erzielt. Fernseher, vernetzte Audio-Geräte, Spielekonsolen, Wearables, Smartphones und Zubehör gelten als die „Umsatztreiber“.

Gleiches Ergebnis ohne Sport

Hans-Joachim Kamp, Aufsichtsratsvorsitzender der gfu Consumer & Home Electronics GmbH, spricht Klartext: „Für das Weihnachtsgeschäft im letzten Quartal 2017 prognostizieren wir einen Umsatz auf dem Niveau des Vorjahres“.

Hans-Joachim Kamp

Dies sei in einem Jahr ohne große Sportereignisse umso erfreulicher. Fernsehgeräte, Spielekonsolen oder Smartphones stünden auch heuer auf der Wunschliste für Weihnachtsgeschenke ganz oben. Gestützt werde die Erwartung durch das anhaltend gute Konsumklima und die speziell in der Weihnachtszeit hohe Anschaffungsneigung in Deutschland.

TVs werden größer und schärfer

TVs erzielten in den ersten drei Quartalen 2017 einen Umsatz von knapp 2,9 Milliarden Euro (+ 6,3 Prozent). Dabei stieg die verkaufte Stückzahl um 4,9 Prozent auf knapp fünf Millionen Geräte. Der Durchschnittspreis aller verkauften TV-Geräte liegt mit 580 Euro um 1,3 Prozent höher als in den ersten drei Quartalen 2016.

Gleichzeitig setzt sich nach Angaben der gfu der Trend zu großformatigen Modellen und Ultra HD-TV fort und sorgt für eine positive Entwicklung. Auf das Gesamtjahr bezogen, wird von den Experten ein Umsatzwachstum um circa fünf Prozent prognostiziert.

Preisrutsch bei OLED zeichnet sich ab

Flatscreens mit Bilddiagonalen über 37 Zoll (94 cm) machen dabei bereits zwei Drittel des Absatzes und 85 Prozent des Umsatzes aus. Geräte mit mehr als 55 Zoll (140 cm) tragen 25 Prozent der Stückzahl und 48 Prozent des Geräte-Umsatzes bei. Stark steigen wird in diesem Jahr die Zahl der verkauften UHD-TV-Geräte.

Hier erwartet die gfu einen Absatz von knapp 2,7 Millionen Stück nach zwei Millionen im Vorjahr. Das Segment der OLED-TVs werde sich auf 90.000 Stück verdoppeln, was sich mit Sicherheit positiv auf den Durchschnittspreis auswirke.

Spracherkennung gewinnt an Einfluss

Das Segment der vernetzbaren Audiosysteme setze die positive Entwicklung des Vorjahrs fort. Diese Produkte legen voraussichtlich um 7,5 Prozent auf rund 1,7 Millionen Geräte zu. Dazu kommen erstmals Produkte mit Spracherkennung.

Im Frühling, Sommer und Herbst konnten Videospiel-Konsolen ein Stückzahlwachstum von knapp 38 Prozent auf knapp 1,5 Millionen Stück verzeichnen. Der Umsatz stieg dabei um 32 Prozent auf knapp 380 Millionen Euro. Nach einem Minus im Vorjahr wird aktuell ein Anstieg kalkuliert.

Smartphones werden teurer

Die mobile Mediennutzung liegt weiterhin im Trend. Für das gesamte Jahr erwartet die gfu mit rund 23,5 Millionen Smartphones eine leichte Steigerung um rund ein Prozent bei einer Umsatzsteigerung um fünf Prozent auf zehn Milliarden Euro. Rund 7,6 Millionen Stück entfallen dabei auf das Weihnachtsgeschäft.

Dabei steigt der Durchschnittspreis der Smartphones um knapp vier Prozent auf 428 Euro. Diese Produktgruppe wird auch steigende Absätze von Kopfhörern und Bluetooth-Lautsprechern nach sich ziehen. Bevor das Christkind kommt, werden wahrscheinlich mehr als 3,2 Millionen Headphones sowie 1,2 Millionen Bluetooth-Lautsprecher über Ladentische wandern.

Wearables und Digi-Cams

Smart Watches und Smart Wearables verzeichnen erneut große Zuwächse bei Absatz und Umsatz. Auf das Weihnachtsgeschäft werden rund 1,2 Millionen Stück und rund 190 Millionen Euro Umsatz entfallen. Für 2017 rechnet die gfu mit rund 3,7 Millionen (+ 20 Prozent) verkauften Smart Watches und Smart Wearables bei einem Umsatz von 565 Millionen Euro (+ 29 Prozent).

Was digitale Kameras anbelangt, konnte der negative Trend der Vorjahre in den ersten drei Quartalen gestoppt werden. So erzielten etwa kompakte Systemkameras bis jetzt einen Stückzahlzuwachs von 22 Prozent bei einem Umsatzplus von 40 Prozent. Die Produktsparte Wechselobjektive kam auf ein Umsatzwachstum von 23 Prozent.