Oha! Das werden jetzt nicht wenige Leute als Frevel oder gar „Fake“-Journalismus einordnen! Die englische Internet-Plattform techradar hat eine Liste der „besten 4K Ultra HD Blu-ray Player die man jetzt kaufen kann“ veröffentlicht. Platz 1: der Panasonic DMP-UB700.

Erst danach, auf Platz zwei und damit als erster Verlierer ist der Oppo UDP-203 gelistet. Genau – der Oppo, der doch nicht nur hierzulande von nahezu allen Fachzeitschriften und Technik-Magazinen als Bester der Besten, als Referenz-Player schlechthin eingestuft wurde. Spinnen die Engländer?

Neuer Maßstab

Kann man so nicht sagen. Denn die Argumentation der Briten stimmt im Großen und Ganzen. Der Panasonic habe ein hervorragendes Bild, Hi-Res Audio-Wiedergabe, 4K Netflix und Amazon „an Bord“. Klare Aussage: „Wenn es um die 4K-UHD Bildqualität geht, setzt der DMP-UB700 einen neuen Maßstab was Preis und Leistung anbelangt“.

Ein dickes Lob für einen schon relativ betagten 400-Euro-Player, dem die Tester höchstens ankreiden, dass er nicht so „sexy“ wie sein großer Bruder DMP-UB900 ist, Dolby Vision nicht unterstützt und keine analogen Audio-Ausgänge hat.

Manko Streaming-Service

Und der Oppo? „Fantastisches Bild, unterstützt zahlreiche (für den Normalverbraucher nicht selten überflüssige) Formate“, aber kein Streaming-Service an Bord und mit 850 Euro recht teuer. Dafür aber „mit“ SACD und drei HDMI-Ausgängen.

Eine etwas unscharfe Definition. Denn was der eine Interessent als überflüssig erachtet, stellt für den anderen eine Grundvoraussetzung dar. Vor allem Hi-Res Audio-Fans kaufen mit dem Oppo 203 ja nicht nur einen 4K-Blu-ray Player, sondern auch ein erstklassig verarbeitetes Abspielgerät für normale und Super-Audio-CDs (SACD).

Zwei in einem

Bedenkt man, dass man mit dem 203er praktisch zwei Geräte in einem erwirbt, relativiert sich der „oppolente“ Preis recht schnell – wenn auch nicht gerade in Richtung Sonderangebot. Eigentlich wäre aber auch der Sony UBP-X800, der auf dem dritten Platz landete, ein Aspirant auf Platz zwei gewesen.

Denn der um die 300 Euro teure Japaner bringt SACD, DVD-Audio sowie einen Hi-Res Audioausgang mit, wartet mit Netflix und Amazon-Apps auf und wird für sein „superbes“, also ebenfalls hervorragendes Bild sowie für seine solide Bauweise gelobt.

Man macht nichts falsch

Bis auf die in der Tat außergewöhnlich solide und aufwändige Verarbeitung des Oppo unterscheiden sich die glorreichen Drei also nur in Nuancen. Im Prinzip macht man nichts falsch – egal, für welchen Kandidaten man sich entscheidet.

Den Malus für fehlendes Dolby Vision sollte man nicht zu ernst nehmen. Man weiß ja, dass solche Gimmicks durch Firmware-Updates „nachgereicht“ werden können und außerdem ist bis jetzt noch so gut wie keine Dolby Vision-Software in Sicht.