Nachdem ich am Donnerstag dem Launch-Event von TP Vision beigewohnt habe, freue ich mich nun darauf, euch meinen Eindruck bzw. meine Eindrücke aus Brüssel mitzuteilen. Der Donnerstag startete mit einem ausgewogenen Frühstück. Zumindest habe ich vor Ort davon gehört, letztendlich war ich jedoch aufgrund des durchaus bequemen Hotel-Betts mehr davon angetan meinen Wecker später klingeln zu lassen als geplant. Folglich musste ich mich vorerst mit zwei Kaffee zufriedengeben.  Den Start des Presse-Events machte der TPV General Manager David Kou, der nun nach dem Erfolg in Asien erneut den Thron in Europa einnehmen möchte. Wie das gelingen soll, wo doch die Konkurrenz bereits tiefe Fußabdrücke auf dem eurpäischen Markt hinterlassen hat? Durch Innovation, „Premium Craftmanship“, Android und passende Audio-Lösungen. Zudem soll der Kundendienst und die Kundenzufriedenheit verbessert werden, womit TPV mit der 30-Tage Money-Back-Guarantee im letzten Jahr bereits einen guten Start hingelegt hat. David Kou ist also zuversichtlich, nannte jedoch für den Einzug auf die Pole Position keinen genaueren Zeitraum. „Very soon“ hieß es lediglich. Immerhin ist TP Vision in China der größte „Nicht-Chinese“ auf dem Markt, was die Zuversicht des Herstellers untermauert.

Kurze Info vorweg: Ich gehe hier nicht auf alle Einzelheiten im Detail ein, da die Features den Rahmen sprengen würden. Wer eine Übersicht haben möchte mit jedem Schnick-Schnack, für den habe ich am Ende des Artikels alle Modelle und Features aufgelistet. Preise sind bis dato nicht für alle Modelle bekannt bzw. werden nachgereicht.

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Unser erster Workshop war die Product-Range, wo wir die neuen TV-Modelle für das erste Halbjahr 2016 zu Gesicht bekommen haben. Der wohl interessanteste TV für die beste Bildqualität inkl. HDR Premium ist der 7601 mit 2DD DLED Display mit 128 local brightness zones (bessere Schwarz/Weiß Kontraste), 4K Resolution, 2600 PPI, 500/700 Nit, Micro Dimming Premium, 200Hz FR (100 nativ), Perfect Natural Motion, Perfect Pixel Ultra HD und Premium Color… um hier mal die Key-Features zu nennen. Der 8601 hat zwar ähnliche Spezifikationen, kommt dafür aber nur mit EDGE LED daher. Weiterhin verfügt der 8601 im Vergleich zum 7601 über Micro Dimming Pro und Local Contrast.

detachable Speaker

Abnehmbare Lautsprecher, leider etwas anfällig gegen Fingerabdrücke.

Eine weitere Neuheit lässt sich auch bei der 8600-Serie finden. Hier kauft man wohl eher ein Komplettpaket, da durch die abnehmbaren magnetischen Lautsprecher die Notwendigkeit einer gesonderten Soundbar wegfällt. Im März erscheint eine Art Träger bzw. Stange, auf die die abnehmbaren Lautsprecherleisten wireless montiert werden können. In einer entsprechenden Sound-Demo wurden uns die Vorzüge der merklich erhöhten Bass – und Mitteltöne demonstiert. Das Konzept der detachable Speaker gefällt mir gut, der Standfuß eher weniger. Die Montage am Fernseher erfolgt magnetisch und mit einem Kabel. Die externe Lösung ist dann bis auf das Stromkabel wireless. Der Sound allgemein wurde übrigens bei allen Modellen verbessert und optimiert.

Weniger High-End spezifiziert, dafür jedoch mit visuellen Argumenten kommt der 8901 daher. Ebenfalls mit Edge LED ausgestattet, jedoch nur 400 Nit, 2000 PPI und nur HDR Plus. Dafür ist es das einzige Modell, das dank AMBILUX das Wohnzimmer in eine Disko verwandeln kann. Durch den rückseitig angebrachten Projektor wird die Wand zu einer visuellen Augenweide und es lassen sich zahlreiche Ambilight Video – und Sound basierte Effekte aktivieren. Sau gut! Apropos Ambilight. Ambilight /Sound wurde erst in unserem dritten Workshop behandelt, ich ziehe das Thema jedoch aufgrund der themenrelevanz zu Ambilux einfach mal an diese Stelle.

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Ambilux erzählt die Geschichte auf der Wand weiter.

Im Showroom wurden uns zahlreiche neue Lichteffekte vorgeführt, die sowohl wie gehabt auf ein Bild, als auch auf Audiosignale reagieren können und diese dann visuell darstellen. Ich muss schon zugeben, dass mich die Präsentation meinen alten Philips TV hat vermissen lassen, gerade in Hinsicht auf die kommende EM 2016. Hierfür hat Philips nämlich für alle Ambilight-Modelle ab 2012 eine App entwickelt, die die Länderflaggen je rechts und links am Fernseher an die Wand projiziert. Die Auswahl der Flaggen erfolgt via App. Weitere Effekte treten bei bestimmten Ereignissen im Spiel auf – seid gespannt! Ambilight war für mich immer DAS Kaufargument, auch wenn viele von euch wissen, dass Philips in der Vergangenheit Probleme mit der Performance seiner TV Modelle hatte. Dies bewegte mich irgendwann dazu von meinem geliebten Ambilight Abschied zu nehmen und mir einen Fernseher anzuschaffen der mich performancetechnisch nicht enttäuscht. Nun bereue ich meine Entscheidung. Aber dazu später mehr.

Designtechnisch sind die neuen Mainstream- und Premium Serien ebenfalls sehr anschaulich. ( Die Einsteiger-Serien ebenfalls, jedoch behandle ich sie in diesem Artikel nicht)

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Die Standfüße, die eine Art „floating look“ erzeugen sollen wirken auf mich sehr edel. Natürlich ist diese Art von Standfuß keine Neuheit, aber durch die Extra-Applikation und je nach Modell mit der separierten Floating-Zuleitung zum Fernseher sind sie doch irgendwie einzigartig. Eine Art Transparent-Floating-Effekt wie bei LG kann man hier jedoch nicht erwarten. Die Rahmen sind laut TP Vision die bisher dünnsten Rahmen ihrer Serien. Aus der Distanz kaum wahrzunehmen und aus nächster Nähe „Premium Craftmanship“. Das Gesamtbild und die verwendeten High-End-Materialien sprechen einfach „Premium“, wenngleich das Design gegenüber anderen Premium TVs nicht übermäßig heraussticht. Mir gefällt’s trotzdem! TP Vision spendiert den neuen Serien außerdem neue Fernbedienungen, dessen Alleinstellungsmerkmal nach wie vor die rückseitig angebrachte Tastatur ist. Eine der beiden Fernbedienungen ist eher schlicht gestaltet worden und fokussiert zweifelsohne die Usability. Große Knöpfe, davon die Netflix-Taste prominent platziert, lassen die Fernbedienung etwas klobig wirken. Gleichwohl liegt sie gut in der Hand und schmeichelt zusätzlich durch die fantastischen Druckpunkte und der Oberflächenstruktur bzw. dem verwendeten Material.

 

Fernbedienung 1

Matt trifft spiegelnd. Hat irgendwie was von „Business“.

Fernbedienung 2

Die andere, smartere Fernbedienung macht einen wertigeren Eindruck und das Design sollte den meisten unlängst bekannt sein. Neu ist das „Touch-Pad„, welches uns durch Wischgesten einfache Navigation ermöglicht. Die trapezförmige Fernbedienung ist meiner Meinung nach etwas dicker und schwerer als der Vorgänger, suggeriert aber auch wiederum die Premium-Qualität. Voice-Search und die rückseitige Tastatur sind ebenfalls mit an Bord.

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Ein sagenhaftes Schwarz beim OLED (rechts)

Im zweiten Workshop hat uns Danny Tack dann etwas in die Bildqualität eingeführt. Sehr interessant war die HDR-Demo, worauf ich mich in Zukunft natürlich sehr freue. Das Seherlebnis ist phänomenal. Über das Thema HDR werden wir bald einen gesonderten Artikel veröffentlichen. Danny Tack zeigte uns außerdem in einem dunklen Raum den Unterschied zwischen ELED und OLED. Es ist schon erstaunlich, welchen Einfluss ein derart perfektes Schwarz auf das Seherlebnis hat. Das Schwarz beim OLED ist von einem stockdunklen Raum nicht zu unterscheiden. In Verbindung mit TP Visions Leidenschaft zu HDR erwarte ich zur IFA deshalb mindestens einen OLED TV.

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Smart TV, unser letzter Workshop… und der Grund warum ich obige Entscheidung bereue. Nach wie vor läuft unter der Oberfläche Android 5.1 mit einem Quad-Core-Prozessor. In Sachen Performance habe ich aber das Gefühl gehabt, dass alles nun sehr viel flüssiger läuft und präziser reagiert und auch für das Gaming seien die neuen TVs nun dank minimalem Input-Lag bestens geeignet.  Das Navigieren mit dem Pad der Fernbedienung macht Spaß und die grafische Oberflächendarstellung des Portals trifft meinen Geschmack genau! Dank Android haben wir hier sogar ein vielfach+++ größeres App-Angebot als bei anderen Smart TVs, was sicherlich aber erst mit der Zeit und verstärktem Interesse der Entwickler und Konsumenten mehr an Relevanz gewinnen wird. Selbstredend ist hier alles dabei, was in der heutigen Zeit unter Smart TV zu verstehen ist. Streaming, Apps, Apps für Kinder, ein ordentlicher YouTube-Player mit der Möglichkeit 4K-Qualität einzustellen und Smart Home (uvm.). Bei letzterem will TP Vision die Heimverneztung durch weitere Geräte sogar noch weiter vorantreiben. Die Temperatur einzelner Zimmer via TV steuern? Während des Fernsehens auf dem Bildschirm sehen wer gerade geklingelt hat? Kein Problem, dank gesonderter Peripherie. 3D war übrigens während der gesamten Präsentation nicht einmal ein Thema, was die totgesagte Technik mal wieder noch tiefer ins Jenseits befördert.

Modelle H1 2016:

Range

Mein Fazit zum Launch-Event:

Abgesehen von den wirklich super netten TP Vision Leuten bin ich sehr gespannt was die Zukunft für TP Vision in petto hat. Die neuen Modelle, die zahlreichen Neuheiten und Features machen mich heiß auf einen Test um meine letzten Zweifel  bezüglich der Performance zu entkräftigen. Sollten bekannte Schwächen (in dieser oder spätestens den nächsten Serien) defacto der Vergangenheit angehören, dann sehe ich für TP Vision gute Chancen, sich auf dem europäischen Markt eine Top-Position zu reservieren, auch wenn das Erreichen des ersten Platzes meiner Meinung nach mehr als schwierig bis unmöglich wird.