Der Samsung UE65KS9090 im Test bei Ultra HDTV

Mit dem KS9090 hat Samsung dieses Jahr einen weiteren Curved 4K SUHD TV auf den Markt gebracht. Er ist in den Größen 49, 55, 65 und 78 Zoll erhältlich, kommt natürlich auch mit der „Quantum Dot“-Technologie daher, bietet HDR 1000 sowie 10 Bit Farbwiedergabe und ist „Ultra HD Premium“ zertifiziert. Der UVP liegt zur Zeit bei 3.499 €, Amazon führt ihn für ca. 3.000 €, bei anderen Shops gibt es ihn ab ca. 2.800 €.

Er ist der Nachfolger des Vorjahresmodells JS9090, den Kollege Steffen Wansor vor knapp einem Jahr bereit unter die Lupe genommen hat (Testergebnis damals: 90/100 Punkten).

Erwähnenswert sind zudem wohl noch die beiden Tatsachen, dass 3D – anders als im Vorjahr – nicht länger unterstützt wird und Samsung dank des neuen Tizen 2.0 ausschließlich auf eine Smart Remote setzt, es also keine herkömmliche Fernbedienung mehr gibt. Dazu aber später noch mehr.

KS9090 Netflix

Dies ist ein subjektiver Test ohne Hinzunahme von Auswertungsprogrammen. Wir testen den Fernseher und das, was das menschliche Auge wahrnehmen kann und bewerten dies aufgrund unserer Wahrnehmung. Natürlich kann das Bild im Nachhinein noch optimiert und auf die eigenen Bedürfnisse angepasst werden.
Wir bekommen für diese Tests kein Geld oder sonstige Vergütungen. Wir betreiben das Thema aus Leidenschaftlich und möchten Euch bei der Kaufentscheidung helfen, in dem wir das Produkt testen und unsere ehrliche (persönliche!) Meinung dazu teilen.

Unboxing, Aufbau und Design

Mit über 38 Kilogramm Versandgewicht und nicht gerade schmalen Außenmaßen hat man schon die erste Hürde genommen, wenn man das gute Stück sicher bis ins Wohnzimmer manövriert hat. Das Auspacken sowie der Aufbau erfolgen zu zweit binnen weniger Minuten und ohne größere Probleme.

Die Größe ist für mich nichts Neues, mit einem Cuved-Design macht so ein TV auf den ersten Blick aber doch immer noch ein wenig mehr her, wie mir immer wieder auffällt. Optisch gibt es einige Parallelen zu seinem Vorgänger, allerdings erkennt man die Weiterentwicklung des Designs im Vergleich doch deutlich.

Die silberfarbenen Ränder sind deutlich schmaler geworden und passen super zum modernen Metall-Standfuß. Die Zierleiste unter dem Display, auf der sich das Logo befindet, ist nun nicht mehr silber sondern schwarz. Auf der Rückseite ist eine gewellte, optisch gelungene, Plastik-Abdeckung sowie einige silberne Akzente zu finden.

Inbetriebnahme & Setup

Die Grundeinrichtung des KS9090 ist zügig und ohne Probleme durchlaufen, so wie wir es von Samsung gewohnt sind. Wichtig hierbei ist, dass alle externen Komponenten wie Konsole und Blu-ray Player vorher angeschlossen und eingeschaltet sind. Warum, erfahrt ihr im nächsten Abschnitt.

Auch die Sender-Sortierung nach den eigenen Vorlieben geht einfach und schnell von der Hand. Überflüssige Sender lassen sich markieren und alles gemeinsam löschen. Anschließend kann man jeden Sender ganz einfach an eine beliebige Position verschieben. Im Vergleich zu dem Kampf den man noch vor rund 5 Jahren bei dem Thema überstehen muss man hier ein klares Lob aussprechen.

Bedienung und Ausstattung

Das trifft im Großen und Ganzen auch auf den Rest des neuen Tizen 2.0 Betriebssystems zu, über das ich schon im August berichtet hatte. Die Menüführung ist aufgeräumt und leicht verständlich, man gelangt mit wenigen Klicks zum gewünschten Ziel und dabei sieht das auch noch alles hübsch und modern aus.

Ein paar Schnitzer in der Software scheint es aber noch zu geben, vor allem bei den Apps. Zweimal hat der TV 5-10 Sekunden gestockt und dann urplötzlich alle in der Zeit eingegangenen Befehle nachgeholt. In Verbindung mit dem Amazon Fire TV 4K gab es ebenfalls zweimal das Problem, dass zwar Ton, aber partout kein Bild zu bekommen war. Und auch in der Netflix-App gab es mehrmals einige Fehler wie das Abspielen eines anderen Titels als den gewählten.

Grundsätzlich reden wir hierbei aber von sporadisch auftretenden Kleinigkeiten, die keinen wirklichen Einfluss auf das Langzeiterlebnis haben.

Einer der beiden größten Vorzüge in Sachen Bedienung ist die Tatsache, dass der KS9090 unglaublich viele externe Geräte erkennt und diese automatisch an/aus schalten bzw. mit der TV-Fernbedienung bedienen kann. Die Fernbedienung meines Fire TV 4K hatte ich während der Testphase nicht ein mal in der Hand. Andere Geräte, wie den Blu-ray Player, kann man bequem mit einer Fernbedienung dazu bringen dem eigenen Willen zu folgen. Eine großartige Entwicklung die sicherlich in Zukunft von allen Herstellern ergänzt wird.

Tizen OS 3.0

Smart-Remote

Die Smart Remote des KS9090.

Die Smart Remote des KS9090.

Natürlich muss auch die Smart Remote erwähnt werden, welche ich ebenfalls in oben verlinktem Beitrag schon einmal vorgestellt hatte.

Anders als noch in Berlin muss ich nach etwas ausführlicherem Testen nun aber doch ein wenig Kritik anführen. Das betrifft zum einen die Haptik. Die Fernbedienung ist komplett aus Plastik, was grundsätzlich noch nicht zwangsweise verkehrt ist, allerdings ist sie relativ glatt und schmal und liegt einfach nicht so gut in der Hand wie das beispielsweise bei der Konkurrenz aus dem Hause LG der Fall ist.

Auch sind die Knöpfe mitunter so minimalistisch ausgeprägt, dass es sehr lange dauert bis man diese auch ohne hinschauen intuitiv benutzt. Für Lautstärke und Sender-Wechsel gibt es zwei neue „Schalter“, die man sowohl drücken (Ton aus bzw. Senderliste) bzw. hoch und runter wippen (Ton lauter/leiser bzw. Sender vor/zurück) kann. Hier passiert es teilweise, dass man beim drücken auch gleichzeitig „wippt“. Die Funktion der „Extra“-Taste oder zumindest deren grafische Darstellung absolut nicht intuitiv und für viele sicherlich schwer verständlich.

Zu guter Letzt konnte auch die Sprachsteuerung weder meine Freundin noch mich überzeugen. Teilweise wurden YouTube-Suchergebnise angezeigt als man den Namen einfacher deutscher TV-Sender nannte.

Natürlich soll aber auch das positive nicht unerwähnt bleiben. Das neue Konzept der Smart Remote funktioniert grundsätzlich gut und gefällt mir deutlich besser als noch vor 1-3 Jahren, als es teilweise zwei Fernbedienungen gab. Ich denke Samsung hat hier einen guten und wichtigen Schritt gewagt und wird die Fernbedienung mit den kommenden Modellen entsprechend optimieren.

One-Connect-Box

Die große silberne One-Connect-Box gibt es bei Samsung nicht mehr, sie ist inzwischen leichter, kompakter und kommt in schwarzem Gewand daher. Neben ihr gibt es am TV selbst nur Anschlüsse für ein Netzwerkkabel, 1x USB sowie eine CI+-Karte.

Die Box selbst bietet Platz für 4x HDMI, 2x USB, 1x Digitaler Audio-Ausgang (optisch) und 3x Antennen-Eingang. Für mich ist das der zweite große Plus-Punkt in diesem Bereich, denn kann das Teil gut in oder hinter der TV-Bank verstecken und muss nicht alle Kabel ganz hoch zum TV legen – super Sache.

one-connect-box

Die neue, kleinere One Connect Box

Ton

Zum Thema Ton kann und will ich nicht all zu viel sagen, dafür bin ich nicht audiophil genug. So viel sei aber gesagt: Die alte Logitech 2.1 Anlage die ich bis dato im Wohnzimmer stehen hatte, habe ich direkt abgebaut. Sowohl mein aktueller LG TV als auch der Samsung KS9090 bieten hier inzwischen einen deutlich besseren Sound, auch ohne Subwoofer. Ich denke man kann hier von einem soliden TV-Sound sprechen, mit dem der Durchschnitts-Bürger kein Problem haben und der dem Audiophilen so oder so nicht genügen wird.

Bildqualität

In Sachen Bildqualität gibt es ein Kritikpunkt der mich persönlich zwar nur mäßig stört, auf den aber doch einige Kunden wert legen, was bei einem Gerät in dieser Preisklasse auch nicht ganz unberechtigt ist. Es geht um das sogenannte Clouding, bei dem in dunklen Szenen helle Wolken über das Display verteilt sind. Und genau dieses Problem ist bei unserem Testgerät ungewohnt deutlich zu erkennen. Ungewohnt zum einen, da man denken könnte Testgeräte für die Presse wären doppelt und dreifach auf Fehler geprüft. Und zum anderen, weil man meinen sollte, solche Probleme würden vor allem im Niedrigpreissegment auftreten.

Hinweis: Das folgende Bild zeigt das Problem mit nicht optimierten Einstellung. Zudem war unser Testgerät laut Samsung schon auf der IFA und bei verschiedenen Magazinen als Testgerät im Einsatz. Es wurde entsprechend häufig transportiert sowie auf- und abgebaut, wodurch diese Fehler zustande kommen. Ein Panel mit solch starkem Cloding ist laut Aussage unseres Kontaktes bei Samsung ganz ausdrücklich nicht gängig und würde vom technischen Support getauscht werden.

Clouding

Unser Testmodell hatte in den Werkseinstellungen deutlich mit Clouding zu kämpfen.

Etwas eindämmen kann man das Clouding mit Hilfe der folgenden Einstellungen, wenngleich diese nicht unbedingt perfekt für die HDR-Widergabe sind.

  • Bildmodus: Film
  • Helligkeit: 45
  • Kontrast: 95
  • Gamma: +1
  • Farbton: standard
  • Spielemodus: deaktiviert

Vom Clouding abgesehen braucht sich der KS9090 aber nicht vor der Konkurrenz zu verstecken. Die Farben wirken nicht zuletzt dank HDR satt und das Bild gestochen scharf. Und dabei ist es praktisch egal ob man eine Blu-ray, 4K Blu-ray oder verschiedene Streaming-Dienste nutzt. Auch HD-Sender sehen wirklich gut aus, unterstützt wird das Ganze natürlich stets von dem Curved-Design, welches ich als I-Tüpfelchen bezeichnen würde.

HDR-Bilderlebnis

Tolles Bilderlebnis: 4K Blu-ray mit HDR, da zeigt der KS9090 was er kann.

Weniger empfehlenswert, wie bei praktisch allen anderen 4K TVs beliebiger Hersteller, ist der Genuss von Free TV in SD-Qualität. Das Material ist einfach zu schlecht, als dass es ein TV wirklich ansehnlich hochskalieren kann. Das ist in meinen Augen aber heute auch der einzige Grund sich noch für ein Full HD Modell zu entscheiden.

Testergebnis