Gib es zu: du willst doch nur spielen!“ Dann folgt so ein dreckiges Lachen, es wird verschwörerisch gezwinkert und die meisten „Freunde“ und Bekannten beömmeln sich, klopfen sich auf die Oberschenkel, scheinen augenblicklich an kombinierten Lach- und Hustanfällen zu ersticken. „Man“ ist sich sicher, dass „man“ wieder mal einen dieser scheinheiligen Pseudo-Saubermänner erwischt hat, die immer jammern, dass sie so viel Arbeit haben, in Wirklichkeit aber nur „daddeln“ bis der Arzt kommt.

Mittelalterliche Kapuzen-Heinis mögen mir unter notarieller Aufsicht und im Beisein eines hauptamtlichen Scharfrichters im Schatten eines Galgen Drogen einflößen, die nichts als die Wahrheit aus mir sprudeln lassen und sich dann furchtbar dafür schämen, dass sie einen völlig unschuldigen Menschen so übel verdächtigt haben! Anders ausgedrückt: die Anschaffung eines Ultrawide-Monitors kann auf durchaus ehrenwerten Ansätzen beruhen und lässt in besonderen Fällen Parallelen zur Spanischen Inquisition durchaus zu.

Vornehm designt und anschlussfreudig

LG hat sich jetzt selbst übertroffen und präsentiert mit dem LG 38UC99 Curved Ultrawide Monitor den „King Kong“ der Computer-Bildschirme. Er kostet zwar 1400 Euro, aber das Einfangen des Riesenaffen war bestimmt nicht billiger. Außerdem verursachte das verlauste Vieh enormen Sachschaden, machte viel Dreck, brüllte ständig rum, hatte dauernd Hunger und wollte nur mit Mädchen spielen.

LGs Schmuckstück gönnt sich nur ein wenig Strom aus der Steckdose (Effizienzklasse B), ist absolut leise und zeigt sich mit zwei HDMI-Eingängen nebst drei USB 3.0 Buchsen recht kontaktfreudig. Toleranz beweisen der USB C-Port für die Adaption neuer MacBooks aus dem Hause Apple sowie ein Displayport-Anschluss.

Selbst wenn es heißt „der Monitor“ spreche ich ab sofort, vom dezenten Erscheinungsbild des kurvigen Modells hin und her gerissen, von „der Koreanerin“, die ganz in weiß daherkommt und deren Flatscreen ein nobel wirkender goldener Rahmen ziert.

97 Zentimeter Diagonale, maximale 4K-Auflösung

Das elegante Füßchen passt sich den Rundungen an, Madame Butterfly lässt es zu, um bis zu elf Zentimeter geliftet zu werden und neigt sich, falls gewünscht, auch nach vorne und hinten. Jetzt bloß nichts falsch verstehen, Leute!

Gehen wir ans Eingemachte! Die leichte Krümmung des Bildschirms im 21:9-Format macht aus einer Mattscheibe einen High-End-Monitor mit 97 Zentimetern Diagonale und einer maximalen QHD+ Auflösung von 3840 x 1600 Pixel.

Eine „Spielwiese“, sehr wohl für Nichtspieler (!) konzipiert, sondern – zum Beispiel – für Fotografen. Jetzt habe ich mein finsterstes Geheimnis ausgespuckt, lache denen, die falsches Zeugnis über mich ablegten, grimmig entgegen und röchle, während ich mit den Augen rolle: „Genaaauu! So einer bin ich“!

Ich besitze zwar „nur“ einen zweijährigen Dell UltraSharp Curved mit 34 Zoll, aber wenn Du damit Bilder im Photoshop verarbeitest (wie auch auf dem Titelbild von LG dargestellt), befindest Du dich einfach in einer anderen Welt – gemessen an herkömmlichen Displays.

Du erkennst feinste Farbunterschiede, kannst Dich bei Änderungen des Kontrastumfangs oder der Gammakurven voll auf Dein geschultes Auge verlassen und hast trotz aller Befehlszeilen, Werkzeugleisten und Diagramme immer noch ein riesiges Foto vor Augen. Einmal Ultra-Wide – immer Ultra-Wide. Das ist die Konsequenz.

Farbkalibrierung ab Werk ist „serienmäßig“

Das LG IPS Display deckt zu 99 Prozent den sRGB Farbraum ab und garantiert so eine eindrucksvolle und realitätsgetreue Darstellung. Zudem wird das Display bereits während der Produktion einer umfassenden Farbkalibrierung unterzogen, sodass ab Werk optimale Farbwiedergabe gewährleistet ist.

Durch die AMD FreeSync Technologie werden Effekte wie Bildschirm-Tearing und Ruckeleffekte, die durch fehlerhafte Kommunikation von Grafikkarte und Display zustande kamen, beseitigt und so ein flüssiges Gaming ermöglicht. Selbst bei höchsten Qualitätseinstellungen.

Mit der zugehörigen Software LG OnScreen Control wird das Konfigurieren des Displays noch einfacher gemacht. Alle Funktionen können per App direkt eingestellt werden. Benutzerdefinierte Displayeinstellungen lassen sich als Preset abspeichern und mit wenigen Klicks aufrufen, wenn man beispielsweise für unterschiedliche Anwendungen immer eine andere Voreinstellung benötigt.

Split-Screen gewährleistet ständige Übersicht

Auch Multitasking wird bei LGs Flaggschiff groß geschrieben. Bis zu vier verschiedene Desktops lassen sich auf dem 38UC99 parallel darstellen, dafür gibt es insgesamt 14 verschiedene Split-Screen Optionen. So kann für jede Bildquelle ein beliebiger Desktop ausgewählt und positioniert werden. Selbst bei vier gleichzeitig dargestellten Desktops behält man immer die Übersicht.

Trotz seiner Abmessungen (89.72 cm x 23.04 cm x 46.62 cm – mit Fuß) ist der koreanische King Kong kein grober Klotz und macht sich auf dem Schreibtisch außerordentlich gut. Sein Gewicht von nur 9,3 Kilo beschwört des weiteren keine akute Einsturzgefahr von Büromöbeln herauf.