Gleich mal vorweg: wer sich Raumklang-Kulissen und Kino-Atmosphäre wünscht, ist mit dem kanadischen Soundbar Bluesound Pulse schlecht bedient. Obgleich der 107 Zentimeter breite, 14 Zentimeter hohe und fast sieben Kilo schwere Riegel beim ersten Anblick suggeriert, eben diese Aufgaben zu meistern und eventuell sogar noch mit Dolby-Atmos aufzuwarten, da er schließlich 1200 Euro kostet, gibt es ein klares „Nein!“

Dennoch herrscht großes Interesse an dem eher unscheinbaren Gerät, da es durchaus Menschen gibt, die unter ihrem Flatscreen nicht nur so etwas Ähnliches wie einen „Zusatzlautsprecher“ haben wollen, sondern es auch vorziehen, auf eine herkömmliche Stereo-Anlage zu verzichten, wenn sie dafür adäquaten, „dezenten“ Ersatz finden, mit dem es sich darüber hinaus vorzüglich streamen lässt.

Weit mehr als ein „Lautsprecher-Riegel“

Hier punktet die Bluesound Pulse. Ihr integrierter Verstärker treibt – auf beide Hälften verteilt – zwei Tief-, zwei Mittel- und zwei Hochtöner an und deckt einen Frequenzbereich von 70 Hertz bis 20 Kilohertz (kHz) ab. „Untenrum“, im Bassbereich, tut sich erkennbar wenig, doch lässt sich entweder der hauseigene Brummtopf  Bluesound Pulse Sub kabellos über BlueOS verbinden, oder ein Subwoofer eines anderen Herstellers anstöpseln.

Das Original zum Preis von 700 Euro ist nicht nur wegen seines Funksenders, der automatisch Kontakt zur „Mutterstation“ herstellt, anders als herkömmliche Tieftöner. Es handelt sich nicht um einen Würfel, sondern um einen schmalen, kompakten, rechteckigen Schallwandler, der sich neben, hinter oder auch unter verschiedensten Möbeln platzieren lässt. Mit der BluOS App für Smartphones, Tablets und Laptops kann man die perfekte akustische Abstimmung der Übergangsfrequenz kinderleicht vornehmen.

Lupenreine Klang-Qualität

Das von oben zugängliche Anschlussfeld birgt Ethernet und Cinch-Anschlüsse, USB-Ports für Typ A und B sowie einen optischen Toslink-Eingang. Die Bluetooth-Anbindung erfolgt über aptX. Mit einer 24 Bit Auflösung und Samplingraten bis zu 192 kHz gibt der Soundbar von WAV-Files über FLAC, ALAC, AAC, MP3, OGG und WMA bis hin zum MQA-Format alles in lupenreiner Qualität wieder.

Spotify, Tidal sowie viele andere Cloud-Services werden außerdem unterstützt; was aus dem Soundbar eine echte Medienzentrale macht. Alles andere als selbstverständlich ist, dass sowohl dem Soundbar, als auch dem Subwoofer Wandhalterungen, „Füße“ mit zwei Paaren gummierter Endstücke in unterschiedlichen Längen zur Anpassung des Winkels bei der Aufstellung, Netzwerkkabel und Cinch-Kabel beiliegen. Sogar Netzkabel für Europa und Nordamerika findet man in den Kartons. Ich darf das Segmente aus dem Fazit des Fachmagazins Audio-Test zitieren: „Der Begriff Soundbar ist fast eine Untertreibung. Was hier an Möglichkeiten für Konnektivität und Einbindung geboten wird, ist beeindruckend. Wenn man gerade eine klangliche Aufwertung des heimischen Fernsehers sucht, sollte man diesen Kandidaten auf dem Zettel haben“.

 

[Quelle: Audio-Test]